11. November 2009
Einige Monate existiert die Welt mittlerweile ohne ART OF FEAR. Ohne gröbere Konsequenzen für alle Beteiligten und noch weniger für alle denen das sowieso wurscht ist.
Es gibt Neuigkeiten; neben einigen Reviews für unseren Final Trip "Powertrip" können wir auch weitere musikalischen Tätigkeiten verkünden:
Thomas hat die österreichischen Urgesteine MORTICIAN wiederbelebt, zusammen mit seinem langjährigen Freund und Mortician-Gründungsmitglied Patrik Lercher am Bass, AOF-Stimme Daniel am Gesang und Antee am Schlagzeug. Mit Pure Steel Records hat sich auch ein Label gefunden, welches das gesammelte MORTICIAN - Werk auf einer CD als Remaster mit dem Titel "No War And More" rausbringt. Veröffentlichungstermin ist der 28.11.2009.
Fast zeitgleich, am 27.11.2009, erscheint das neue SIEGFRIED Album, auf dem meine Grantigkeit den Bass eingespielt hat. Auch wenn so mancher "Rezensent" glaubt, Metal mit deutschen Texten ist nur dann gut, wenn er von Ramstein kommt, kann sich jede(r) vom Gegenteil überzeugen. Die Scheibe ist durch und durch gelungen! Und wenn ich grad von mir erzähl: Ich bin mittlerweile bei DIVINE TEMPTATION eingestiegen.
Offensichtlich (be)lebt AOF auch weiterhin die Musikszene im Westen Österreichs. Trotz aller Unkenrufe: Es gibt ein Leben nach ART OF FEAR....wir sind mittendrin; mit lauter Musik, einem lachendem und einem weinenden Auge und hoffentlich viel lachenden und selten weinenden Kindern :-))
Johannes
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Jänner 2009
Jetzt ist es also soweit. Manche(r) hat es gerüchteweise vielleicht schon vernommen, hier kommt die Bestätigung:
ART OF FEAR lösen sich auf.
Das Abschiedskonzert findet am 27. Februar 2009 in der Miami-Bar in Koblach statt. Wir werden ein etwas längeres Programm spielen, das eine Übersicht über unser Gesamtwerk geben soll. Als Novum (für AOF) wird das Programm erstmals vorab veröffentlicht. (s.u.) Gleichzeitig verabschieden wir uns natürlich gebührend mit unserer neuen EP: Powertrip heißt das Juwel und der Name ist Programm. Wir haben die vier Lieder in den Dreamscape-Studios in München unter der Regie von Jan Vacik eingespielt. Hörenswert auf alle Fälle - behaupte ich jetzt ganz einfach.
Wir danken hier unseren Familien die uns immer unterstützt haben, vor allem aber Joe`s Eltern, in deren Keller wir viele Jahre proben/lärmen durften, und das ohne Schallschutz, was manche eher als Folter empfunden hätten. Außerdem danken wir allen Freunden, Bands und Fans , die uns auf unserem langen Weg begleitet und unterstützt haben. Stellvertretend für alle seien hier Heinz Konzett, Edgar Rauch und Hans-Peter Schär erwähnt.
Wieso wir aufhören? Nun, diese einfache Frage ist etwas schwerer zu beantworten. Ich versuch mal, die verschiedenen Gründe kurz anzusprechen, ohne Gewähr auf Vollständigkeit und ohne bestimmte Reihenfolge. Anfangen muß ich allerdings mit unserem Gründungsjahr: 1991
Richtig gelesen, Thomas, Joe und ich spielen seit September 1991 ohne Unterbrechung zusammen. Das sind mehr als 17 Jahre, für mich mehr als mein halbes Leben. Diese 17 Jahre haben uns geprägt, wir sind an- und miteinander gewachsen. Ab 2001 haben auch unsere Sänger, Cassy und Daniel ihren Teil dazu beigetragen. Während dieser Zeit waren es die Konzerte und die Proben, die uns verbunden haben; wir hatten ganz einfach Spaß an der Sache und miteinander. Wir konnten und können uns blind vertrauen (außer es läßt einer ein Bier unbeaufsichtigt stehen – das heißt dann Berufsrisiko).
Nun, wir sind alle älter (alt?) geworden. In letzter Zeit (irgendwas zwischen 2 Monaten und 3 Jahren)
wurde der Spaß zur Routine und die Routine irgendwann zur Pflicht.
Dann ist es Zeit aufzuhören.
Außerdem hatten wir das Gefühl, daß sich die Katze in den Schwanz beißt. Wir haben 6 CDs in Eigenregie rausgebracht und zum Teil unglaublich gute Kritiken dafür bekommen. Natürlich hatten wir dabei immer ein Ziel vor Augen: Einen Vertrag mit einer Plattenfirma, die unser Album vermarktet. Der große Durchbruch? Dafür waren wir (viel?) zu realistisch. Nein, aber die Möglichkeit, alle 1-2 Jahre ein Album rauszubringen ohne selber allzuviel Geld reinzustecken und vielleicht die eine oder andere kleine Tour dazu. Das hätte uns gereicht. Aber außer leeren Versprechungen von diversen Plattenfirmen und anderen Hypokriten war nichts drin. Wenn ich sehe, was für – mit Verlaub – Schrott tagtäglich veröffentlicht wird, sag ich hier ganz unverfroren und arrogant: Wir hatten einfach nicht das nötige Glück oder die nötigen Beziehungen. Mit etwas Stolz darf ich aber sagen, daß wir nie einem Trend nachgerannt sind. Wir haben immer (evtl. zur falschen Zeit am falschen Ort) unseren eigenen Sound gemacht: Die alte Schule irgendwo zwischen Thrash- und Power Metal, (viel)leicht progressiv angehaucht. Irgendwann aber mußten auch wir, die stursten der Sturen und die hartnäckigsten der Harten, einsehen, daß es nicht geht oder reicht.
Dann ist es Zeit aufzuhören.
Es hat auch im persönlichen Umfeld wichtige und erfreuliche Veränderungen gegeben: Joe ist am 27.10.2008 zum 2. und 3. Mal Vater geworden, und weil Zwillinge doppelte Aufmerksamkeit erfordern und die Erstgeborene auch noch ein bißchen was davon abkriegen sollte, wird er sich in Zukunft voll und ganz seiner Familie widmen.
Wir haben lange überlegt, ob wir einen neuen Schlagzeuger suchen, vor allem ich habe das aber vom Erfolg der aktuellen EP abhängig gemacht. Schon während meiner Studienzeit war es manchmal umständlich, seit etwa 8 Jahren aber habe ich meinen Lebensmittelpunkt in Innsbruck. Seidem bin ich durchschnittlich einmal pro Woche von Innsbruck nach Feldkirch zu Proben/Konzerten gefahren. Da war dann die Motivation mit jemand anderem als Joe bei AOF weiterzumachen doch ziemlich gering. Thomas und Daniel hatten dafür Verständnis, und als wir dann mit der Powertrip-EP wieder einmal bei allen Labels abgeblitzt sind, dachten wir:
Dann ist es ist Zeit aufzuhören.
Wir werden aber nicht vollends aus der Musiklandschaft verschwinden. Thomas lotet gerade noch aus, ob, wie und mit wem er weiter Musik macht, Daniel ist weiterhin bei Greystar aktiv und ich werd in Zukunft für Siegfried in Innsbruck die tiefen Bereiche abdecken.
Wir sehen uns sicher noch öfters, sei es bei Konzerten (die Hard-n-Heavy Night gibts hoffentlich trotzdem wieder) oder vielleicht mal auf ein gemeinsamen Umtrunk irgendwo.
Und für die Gläubigen unter uns: Es gibt ein Leben nach dem Tod.
Für Atheisten: Totgesagte leben länger.
Für Spiritualisten: Der Geist lebt weiter.
Für Schadenfrohe: Wir hatten unseren Spaß.
Für Traurige: Trink mr a bier mitnand, denn gohts wiedr.
Für Konspirations-Theoretiker: Es war unsere freie Entscheidung.
Für Freimaurer: Wir haben uns selbst gefunden.
Für Sektierer: Nein, wir haben nicht die große Kohle gemacht und selbst wenn würden wir euch nix geben.
Für Pharisäer: Es tut uns nicht Leid, daß ihr uns immer “gerade verpaßt” habt.
Für Parteien: Wir nehmen keine Spenden an. Wir sind anständige Leute.
Für Kunst-Mäzenen: Wir nehmen gerne Spenden, auch in Form von Naturalien. Das verlangt der Anstand.
Für Träumer: Aufwachen! Das letzte Konzert steht an
Für Realisten: Wirklich.
Wer die Liste fortführen will oder uns sonst was sagen will: Das Gästebuch ist wieder eröffnet.
Hiermit verabschieden sich ART OF FEAR.
Danke für eine schöne Zeit.
Johannes Leierer im Jänner 2009
Programm Abschiedskonzert
1.NO WAR
2.POWERTRIP
3.BEAST
4.CHANGE
5.ON THE RUN
6.....1942
7.LIGHTS IN THE DARK
8.THE GAME
9.KILL THE DEMON
10.SEND ME MONEY
11.PRIDE OF CREATION
12.BRAVEHEART
13.MASTER OF PAIN
14.NOW IS NOT FOREVER
15.FACE TO FACE
16.PRISONERS OF HATE
17.HELLHOUND
18.IN THE LINE OF FIRE
19.BREAKING THE LAW
20.BETRAY
21.EXPAND HELL
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