Gemälde eines Gastes

Einführung des Christentums in unser Land:

In der Nacht des Heidentums unseres Gaues drangen die ersten Strahlen des Christentums sicherlich schon vor der Gründung der salzb. Kirche ein. Unmittelbar vor dem Lueg, im Kuchlthale , bestand schon in der 1.Hälfte des 5.Jahrhunderts urkundlich eine christliche Kirche und die damals schon lange offene Römerstraße durch den Lueg mußte mancherelei Verkehr zwischen Pongau und dem Kuchlthale zur Folge haben und somit unfehlbar einige Kenntnis des Christentums in unsere Täler befördern.

Dann die zu Anfang des 6.Jahrhdts in die heute salzb. Gegenden eingewanderten Bayern waren nach ziemlich begründetem Dafürhalten , wenn auch nicht erklärte Christen , doch zum Teil mit der christlichen Lehre bekannt, da sie früher zwischen bereits erklärten Völkerschaften gelebt hatten somit konnte sich mit ihren allmählichen Eindringen in unser Gebirge die christliche Kenntnis vermehren.
Endlich die Gründung eines Klösterchens zu Bischofshofen durch den hl.Rupertum ca 600 ist fast ein Beweis, daß schon zuvor das Christentum in der Gegend nicht bloß bekannt; sondern auch nicht mehr sehr angefeindet war: hätten damals noch nur entschiedene, eifrige Christen im Gau gelebt, wäre es gewiß sehr bedenklich gewesen, in solcher Entfernung vom bischöflichen Sitz und in solcher Gegend etliche Mönche seßhaft machen zu wollen.
Auch der Umstand, daß die Geschichte gar nichts von Kämpfen und Stürmen des einheimischen Volkes gegen die von Priestern der St.Maximilianszelle wohl sofort begonnenen apostolischen Missionen meldet , scheint auf einige bereits vorhandene Befreundung mit dem Christentum zu deuten.

Waren aber gleich schon vor dem hl.Rupert Bewohner im Gau mit einiger Kenntnis vom christlichen Glauben und Geneigtheit zu selbem, so hingen sicherlich die meisten noch dem Christentum an und die zum Christentum Geneigten waren nicht in die Kirche aufgenommen, ohne Priester und kirchliche Einrichtungen. Diese der Kirche einzuverleiben, jene für sie zu gewinnen und hier christliche Gemeinden förmlich und bleibend zu gründen und einzurichten, war nun die Arbeit der Priester v.h.Maximilian , welche sie gleichwohl 2 Mal beginnen mußten.
Die Frucht ihrer 1 Missionen unter dem hl.Rupert wurde nämlich durch die verheerenden Sklaveneinfälle größtenteils vernichtet und das Werk somit nach der Wiederherstellung des zerstörten Klosters durch den hl.Virgil im 8.Jahrhundet aufs Neue anzufangen.

 

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