Therapeutisches Reiten – Was ist das?

Das Pferd – bewährter Freund, Helfer und Sportkammerad des Menschen seit Jahrhunderten – arbeitet auch sehr erfolgreich als Partner in der Behandlung von Kranken und Behinderten. Dafür wird es natürlich speziell ausgebildet, an Rollstühle, Aufstiegshilfen und vieles mehr gewöhnt uns auf besondere Führungsmethoden geschult. „Therapeutisches Reiten“, als Oberbegriff verstanden, gliedert sich in 3 Fachbereiche, die sich zwar prinzipiell unterscheiden, oft aber sehr ineinander übergehen:




Medizin

Hippotherapie - hippos (griech.) = das Pferd - ist eine ärztlich verordnete, von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung für Hippotherapie durchgeführte ergänzende neurophysiologische Behandlungsmethode, welche die drei-dimensionale Bewegung und Schwingung des Pferderückens in der Gangart Schritt ausnutzt. Durch diese Impulse kommt es zu einer Normalisierung der Muskel-grundspannung, zur Förderung von Becken-bewegungen, zur Verbesserung von Rumpf- und Kopfkontrolle sowie des Gleichgewichts und zu einer Schulung des Bewegungsgefühls (der Rumpf reagiert wie beim gehen). Besondere Übungen sind nicht erforderlich, vielmehr soll sich der Patient möglichst gut an die Pferdebewegungen anpassen. Vom Pferd ausgehende zusätzliche Impulse (z.B. Tempo-varianten im Schritt, gebogene Linien, Seitengänge, Schritt-Halt) können ausgenutzt werden. Voraussetzung für die Hippotherapie sind der erforderliche Spreizsitz und (beim Erwachsenen) die Kopf- und Rumpfkontrolle.


Sport

Beim Reiten und Fahren als Präventions-, Rehabilitations-, Freizeit- oder Leistungssport für Menschen mit Behinderung übernimmt das Pferd das Sich-Bewegen für den Bewegungs-gestörten und ermöglicht ihm so die Teilnahme an Spiel und Sport. Es ist sowohl körperliches Training, als auch eine entscheidende Hilfe für die psychologische und geistige Verfassung des Patienten im Hinblick auf positives Annhemen und Überwinden einer Behinderung.


Pädagogik

Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren sind Förderungsmaßnahmen, die durch zusätzlich ausgebildete Pädagogen oder Psychologen bei Verhaltensauffälligen, lern- und geistig behinderten Menschen und psychisch kranke Personen eingesetzt werden. Das Pferd wirkt als Erziehungshelfer und Partner in der Gruppe. Die Patienten erleben Motivation, Leistungssteigerung, Aufbau von Konzen-trationsfähigkeit und Selbstwertgefühl, Abbau von Aggression, ein gegenseitiges Sich- Annehmen und Lebensfreude.



INFO & Anmeldung

Thesy FeichtingerZrost
Elsenheimstr. 20
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