In meiner Studienzeit
an der Musikhochschule Wien galt ich als hochbegabter Student, "der
aber leider nicht die höchsten Ziele erreichen konnte, weil er mit
noch ungelösten Problemen zu kämpfen hatte". Diese Probleme waren für
die anderen, bis auf gewisse rhythmische Unregelmäßigkeiten und eine
vielleicht nicht immer ganz saubere Spielart, nicht so auffällig oder
offensichtlich. Lob und Erfolg haben nicht gefehlt, doch ich war
trotzdem unglücklich; ich fühlte mich unsicher, hatte furchtbare
Angst vor jedem Auftritt, zitterte um mein Gedächtnis, meine Finger
waren wund vom Spielen mit Druck und Gewicht, eine
Sehnenscheidenentzündung kam gelegentlich dazu, mein Anschlag gefiel
mir nicht, ich konnte nicht immer verstehen, was ich spielte und
verblieb schließlich meistens mit dem Gefühl: "Das ist es eigentlich
nicht, was ich mir vorgestellt habe." Trotz meiner ausgezeichneten
Lehrer, denen ich sehr viel zu verdanken habe, blieben diese Probleme
ungelöst. Viele Jahre habe ich nach einer Lösung gesucht, alles
Bekannte und weniger Bekannte ausprobiert und ungewollt, langsam,
ohne es zu bemerken, mußte ich einsehen, daß mich dieser Weg zu
völlig neuen Erkenntnissen geführt hatte. Eine neue Art, Klavier zu
spielen und zu musizieren, war entstanden: Die modulare Klaviertechnik.
Seitdem habe ich mir vorgenommen, meine Ideen jungen Musikern
weiterzugeben, um ihnen meinen leidvollen Weg zu ersparen. Derzeit
unterrichte ich am Konservatorium Wien Privatuniversität, an der
Musikschule Leopoldstadt in Wien und bei den Internationalen
Meisterkursen der Sommerakademie Lilienfeld . Die nächste
Sommerakademie findet von 01. Juli bis 15. Juli 2012
statt.
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