Mein unvergessliches Wochenende in Wien

 

Es war ein üblicher Tag, so wie viele andere in Paris, als ich gerade gelangweilt auf der Champs il Esee, bepackt mit der Last meiner Schopping-Sucht, als mir in den Sinn kam doch wieder mal einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Ich kramte in meiner Handtasche und kontrollierte ob das wichtigste vorhandensei: Mein Make-up, mein Lippenstift, meine Kreditkarten und mein Pass. Ich nahm mein Mobil-Telefon und bestellte ein Taxi zum Flughafen. Entschuldigen Sie ich vergaß mich vorzustellen: Mein Name ist Jaquelin Moureau, ich bin 26 und Modefotografin für Vogue. Endlich am Flughafen angekommen erkundigte ich mich ob noch ein Fensterplatz in der ersten Klasse frei wäre.

Auf die Frage wohin ich denn fliegen wolle antwortete ich: Wohin das Leben mich auch führt, ich bin bereit. Der Mann am Schalter meinte der Flug nach Wien sei der einzige der meinen Ansprüchen genüge tun würde und, daß in 10 Minuten meine Maschine gehen würde. Lange Rede Kurzer Sinn: Es war Freitag 15 Uhr und ich stand allein am Flughafen Wien-Schwechat. Den ersten Gedanken den eine junge Französin an Wien hegt sind wohl Mozartkugeln, der Opernball und der Stephansdom. Mozartkugeln sind schlecht für die Linie, für den Opernball ist es noch zu früh also blieb mir der gute alte Dom. Ich orderte sofort ein Taxi in den ersten Bezirk.

Die Kärtner-Straße weckte wieder meine alte Lust am Schopping. Als ich das Schild Casinos Austria Ag erblickte stand mein Abendprogramm fest. Am Kohlmarkt besuchte ich den einzigen Gucci-Shop in Wien um mir ein geeignetes Kleid für den Abend zu besorgen. Im Gucci-Shop mußte ich leider feststellen, daß der Verkäufer versuchte durch seine Arroganz nobel zu wirken und mit Wehmut kaufte ich dann doch ein sehr elegant-verführerisches schwarzes Abendkleid.

Als ich im nächsten Taxi damit beschäftigt war meine Haare zu einer kessen nackenfreien Frisur hochzustecken, beobachtete ich im Rückspiegel, daß die Blicke des Taxifahrers wohl nicht nur dem hektischen Treiben des Wiener Verkehrs galten. Als mir der Junge Lenker mit seinem freundlichen Wiener-Charme den Hof machte wußte ich mein Outfit war perfekt. Der Taxifahrer meinte, daß meine Schönheit einem großeren Puplikum preisgegeben werden sollte und, daß ich zumindest das größte Casino Europas besuchen sollte. Zu meiner Überraschung befand sich dieses Casino nicht in Monte Carlo sondern in der Kurstadt Baden bei Wien. Obwohl mir der Sinn gar nicht nach Kur stand delegierte ich meinen charmanten Chauffeur sofort nach Baden weiter zu fahren. Dort vor dem Casino angekommen, war ich zunächst überwältigt von der opulenten Beleuchtung - eine Mischung aus traditioneller Architektur und Prozigem Las Vegas-Kitsch. Mit entzücken stellte ich fest, daß dieser galante sowie charmante Taxifahrer mich noch zum Eingang des Casinos geleitete und mir die Türe öffnete. Zu meiner freudigen Überraschung stellte ich fest, daß das Casino Management an diesem Abend einen Baccara-Abend organisierte.

Als ich mir ausreichend Jetons orgasnisierte, wußte ich, heute wird ein kleines Vermögen seinen Besitzer wechseln. Sofort wurde ich von einem Saalchef in die Baccara-Runde eingeführt und allen Spielern vorgestellt. Die Runde bestand durchwegs aus wohl situierten älteren Herren. Plötzlich gesellte sich ein unglaublich gutaussehender, verwegener junger Mann im Smoking zu unserer Spielrunde. Das Siel kam langsam in die Gänge und meine Einsätze wurden immer höher und gewagter, trotzdem bemerkte ich das mein erhohter Puls nicht auf das hohe finanzielle Risiko, sonder viel mehr auf die forderden Blicke des jungen Gentlemans zurückzuführen waren. Aber nicht nur seine Blicke waren fordernd sonder auch seine Art zu spielen, er setzte hoch und gewann jedes Mal aufs Neue. Er schien unbesiegbar, doch mein Vorteil im Gegensatz zu den alten Zockern war, daß ich wußte, daß es nicht nur so schien. Jetzt kam mein Einsatz: Ich zog mich an die Casino-Bar zurück um mich bei einem Dom Peringnon zu erfrischen und wartete. Die Männer ließen nicht lange auf sich warten, doch ich hatte meine Wahl für den Abend schon getroffen. Ich war es nicht gewöhnt auf Männer zu warten und doch hoffte ich das mein Einsatz nicht verloren war. Inzwischen zog der junge Draufgänger, in aller Ruhe, seinen Mitspielern das letzte Hemd aus. Ich behielt womit ich kam, doch sein Hemd werde ich mir heute noch schnappen - auf die eine oder andere Art und Weise. ......

Als ich am nächsten Tag im Grand Hotel Sauerhof durch die sanften Strahlen der Mittagssonne geweckt wurde, schwebte ich förmlich im siebeten Himmel und hatte das Bedürfniß die ganze Welt zu umarmen. Von dem gutaussehenden, jungen Mann, mit dem ich diese aufregende Nacht verbrachte hatte, fehlte jede Spur .Ich ließ meinen Blick durch die Suite schweifen und bemerkte,daß mein Begleiter mir doch ein kleines Andenken hinterlassen hatte. Auf dem Nachtkästchen lag eine rabenschwarze Visitenkarte mit dem goldgläzenden Logo snob.at.