Um das im folgenden beschriebene pädagogische Konzept umsetzen zu können, gibt es eine wesentliche Voraussetzung bzw. Rahmenbedingung: eine geringe Kinderanzahl bei gleichzeitigem hohen Betreuungsschlüssel.
Das heißt für unsere Kindergruppe: max. 14 Kinder mit 2 BetreuerInnen.

Einleitung

Unsere pädagogischen Vorstellungen orientieren sich hauptsächlich an den heutigen Erkenntnissen der Reformpädagogik von Rebeca und Mauricio Wild. Sie haben die erzieherischen Grundsätze von Maria Montessori (Hilf mir, es selbst zu tun) weiterentwickelt. Die Kinder sollen in einer vorbereiteten Umgebung selbstbestimmt und selbstständig agieren können (Pädagogik vom Kinde aus), und dabei liebevoll von den BetreuerInnen begleitet werden.

Das erste und wichtigste Bedürfnis des Kindes ist das Bedürfnis nach Liebe. Wenn grundsätzliches Angenommensein und Liebe verlässliche Faktoren im Leben des Kindes sind, ist es innerlich frei, die Welt zu erforschen und seiner Entwicklung autonom zu folgen. (R. Wild: Kinder wissen, was sie brauchen)

Das Kind weiß, was das Beste für es ist. Lasst uns selbstverständlich darüber wachen, dass es keinen Schaden erleidet. Aber statt es unsere Wege zu lehren, lasst uns ihm Freiheit geben, sein eigenes kleines Leben nach seiner eigenen Weise zu leben. Dann werden wir, wenn wir gut beobachten, vielleicht etwas über die Wege der Kindheit lernen.
Maria Montessori

Unser Ziel:

  • die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich der innere Bauplan des Kindes entfalten kann
  • dass sich emotionale, soziale, kreative, motorische und kognitive Fähigkeiten entwickeln können

Dieses Ziel wird erreicht durch:

  1. Vorbereitete und entspannte Umgebung
  2. Respekt- und liebevolles Erzieherverhalten
  3. Freiheit und Grenzen bzw. Regeln
  4. Struktur
  5. Elternarbeit
  1. Die Umgebung:

    Schaffung einer anregenden Umgebung mit großem Aufforderungscharakter, dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend. Gewährleistung einer Umgebung, die frei ist von aktiven Gefahren, damit die Kinder sich richtig einlassen können (Kinder müssen z.B. sicher sein vor aggressiven Handlungen anderer). Dies erfordert Grenzen, aus Grenzen wiederum entwickeln sich Regeln.

  2. Das Erzieherverhalten:

    Respekt- und liebevolles Erzieherverhalten heißt: die BetreuerInnen sind ganz für die Kinder da, lassen diese aber selbst handeln und die eigene Aktivität entwickeln; sie gehen von den echten Bedürfnissen der Kinder aus. Sie üben sich, echte Bedürfnisse von Ersatzbefriedigungen zu unterscheiden und eventuell eine Grenze zu setzen; sie halten die Umgebung entspannt, Angebote sind auf die Entwicklungsprozesse der Kinder abgestimmt (z.B. in Rhythmik, musikalischer Erziehung, Kreativität, Bewegungserziehung).

    Weiters wichtig: Arbeit an der eigenen Person, Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und Gefühlen; Entwicklung der Fähigkeit mit dem Herzen zu denken, da Kinder durch Gedanken und Erwartungen beeinflusst werden. (Rosenthal-Effekt)

  3. Die Freiheit/Grenzen/Regeln:

    Es ist zu berücksichtigen, dass der Umgang mit anderen und der Umwelt Grenzen bedingt. Grenzen werden mit liebevoller Gegenwärtigkeit, klar und respektvoll gesetzt. Das bedeutet auf "willkürliche" Einschränkungen zu verzichten und allgemeingültige Regeln zu beachten. Gleichzeitig beinhaltet das aber auch die Vermeidung von Strategieverhalten zur "Erweiterung" der Grenzen, um das Grenzerlebnis nicht zu verwischen. Akzeptieren, dass dem Kind die Grenze weh tut; Kinder dürfen ihre Gefühle ausdrücken, sei es durch Schimpfen, Toben oder Weinen, dennoch erfahren sie, dass die Grenze fest ist; so haben Kinder die Chance, ihren Gefühlsstau aus alten Schmerzen durch die Entladung zu erleichtern.

    Grundregeln:

    1. Respektvoller und liebevoller Umgang miteinander (d.h. wir lassen nicht zu, dass wir uns physisch oder verbal verletzen oder Spielmaterial absichtlich zerstören)
    2. Niemand darf zu einem Spiel gezwungen werden, das er nicht will; wir fragen, ob wir mitspielen dürfen
    3. Kein Herumrennen, Springen und Schreien in Bereichen mit konzentrierter Aktivität
    4. Wer sich für eine Gruppenaktivität entschieden hat, bleibt auch dabei
    5. Gemeinsames Mittagessen in entspannter Atmosphäre

    Freiheit und Disziplin:

    Das Kind hat die Freiheit zu wählen, was es spielt bzw. womit es sich auseinandersetzt; so kann es den Bedürfnissen seines inneren Bauplanes nachkommen. Ausnahme: Gemeinsamer Sitzkreis vor dem Mittagessen. Hat sich das Kind für eine Gruppenaktivität oder ein Angebot entschieden, sollte es dabei bleiben, sodass es lernt, Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen zu übernehmen bzw. Disziplin für die eigenen Ziele zu entwickeln. Der Erwachsene hat aber auch hier die Aufgabe, gegebenenfalls Grenzen zu setzen, z.B. wenn das Kind die eigene Verantwortung zur ganzheitlichen Entfaltung nicht wahrnimmt, bzw. wenn das Kind durch sein Tun Spannungen aufbaut.

  4. Die Struktur:

    Durch eine natürlich gewachsene Struktur, durch Rhythmus und Regelmäßigkeit wird Kindern Orientierung und Sich-Zurechtfinden ermöglicht. So ist der Tages- und Wochenablauf auf eine für die Kinder zuverlässige Weise strukturiert. (siehe Tagesablauf)

  5. Die Elternarbeit:

    Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts, da es für die Kinder wichtig ist, eine einheitliche und gemeinsame Haltung vermittelt zu bekommen , um sich in diesem geschützten Rahmen entfalten zu können. Darüber hinaus sollen auch die Eltern untereinander Kontakte knüpfen die, noch über die Mitgliedschaft hinaus Bestand haben. Dazu werden monatlich Elternabende abgehalten und gemeinsame Feste gefeiert.