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Baugin, Das Stilleben mit dem Schachbrett, Versuch einer Ikonographie (1992)
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Baugin, Maler von Stilleben
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Bei der Ausstellung "Les Peintres de la Realité en France au XVIIe siecle", die 1934 in Paris stattfand, wurde man erstmals auf zwei Stilleben von Baugin aufmerksam, das "Stilleben mit Schachbrett" (Nature morte à l'échiquier, Louvre, Paris) und das "Stilleben mit Talglicht" (Nature morte à la chandelle, Galerie Spada, Rom). Bis zu dem Zeitpunkt war unter diesem Namen einzig Lubin Baugin bekannt, ein "langweiliger und kalter Maler" (Michel Faré) von eher mittelmäßigen Bildern religiösen Inhalts im Stil von Corregio und Guido Reni. Die geometrische Anordnung, die "archaische Perspektive", die "harten Farben" und die beinahe mittelalterlich wirkende, kontrastreiche Abbildung der Gegenstände auf den Stilleben paßte so überhaupt nicht zu den in weichen Farben gemalten religiösen Bildern: "Il fallait bien convenir que l'académisme de ce peintre ennuyeux et froid ne ressemblait en rien à la vision aiguë, directe et presque moderne qui présidait à la juxtaposition archaïque des objets" Viele glauben bereits aus dem Stilvergleich heraus auf zwei verschiedene Künstler mit demselben Namen schließen zu können |
Lubin Baugin's religiöse Bilder

Le Dessert aux Gaufrettes, Louvre, Paris

Coupe de fruits, Musée de Rennes

Nature morte à la chandelle, Galerie Spada, Rom

Nature morte à la chandelle (Detail)
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Die originelle Art der Signatur auf dem "Stilleben mit Talglicht" hat viele Spekulationen ausgelöst. Auf einem gefalteten Brief, der auf dem Tisch liegend abgebildet ist, kann man lesen: "A Baugin peintre, por..[unleserlich].. A Paris", was nahelegt, der Maler wäre ein Baugin mit einem auf "A" beginnenden Vornamen. Michel Faré jedoch, ein profunder Kenner speziell der französischen Stillebenmalerei, glaubt nachweisen zu können, daß der Maler der Stilleben mit Lubin Baugin, Maler religiöser Bilder, identisch sein muß. Seine Ausführungen basieren darauf, daß auf dem (eben genannten) gemalten Brief der Buchstaben "A" vor "Baugin" als Präposition und der unleserliche Teil als "pont nD", kurz für "pont Notre Dame", also die aus diversen Akten bekannte Anschrift von Lubin Baugin, gelesen werden müsse. So würde es dann heißen: "An den Maler Baugin, Brücke Notre Dame, in Paris". Weiters zeigt Faré, daß die Signatur auf dem Brief völlig identisch ist mit a) der Unterschrift, die Lubin Baugin bei der Malerakademie geleistet hatte, und b) einer Signatur eines seiner religiösen Bilder. |

Nature morte à l'échiquier, Louvre, Paris