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Carlo Gesualdo - Seine Reputation im Laufe der Musikgeschichte (1994)
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Gesualdo ein Psychopath?

Autograph: Brief Gesualdo's an seinen Cousin

Schloßhof Gesualdo
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Don Carlo. Detail aus dem Altargemälde in Gesualdo |
Donna Maria. Detail aus einem Gemälde der Carafa Familie in der Kirche San Domenico Maggiore, Neapel |
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Nicht wenige Autoren nach Cecil Gray übernahmen seine These von Gesualdos wirrem Geisteszustand, der, hervorgerufen von quälenden Gewissenbissen nach der Bluttat, nicht nur durch sein physiognomisches Erscheinen und seine flagellomanischen Neigungen ausreichend bewiesen schien, sondern sich auch in seinem "wirren" Kompositionsstil, verbunden mit seiner Vorliebe für dunkle und trübsinnige Texte niederschlug. Zwar waren derartige Überlegungen im Grunde schon früher angestellt worden: bei Ferdinand Keiner zum Beispiel, der schrieb: "Dieser schwere Schicksalsschlag ist es hauptsächlich gewesen, der in dem Charakter des Fürsten jenen Zug von Melancholie hervorgerufen hat, der sich in seinen Kompositionen oft in einer müden, resignierten Stimmung äußert. Auch das Herbe und für unser Gefühl manchmal Schroffe seiner Tonsprache weist darauf hin, daß sie ihre Wurzel in der Seele eines Mannes hat, dessen Gemüt durch den Schmerz der bittersten Entäuschung zerrissen [ist.]" Doch es sieht so aus, als ob Gray die Beweise dazu Schwarz auf Weiß geliefert hatte, um so eine neue, einleuchtende Betrachtungsweise von Gesualdos Musik zu ermöglichen. |