FreeAir F-16

Bericht

Die JetFighter-Modelle von FreeAir sind auf EPP-Basis. Sie haben alle flache Profile und sind fuer schnellen Spass ausgerichtet - schnell gebaut, nicht unbedingt schnell geflogen.
Meine Idee dahinter war einen robusten Uebungsjet zu erhalten und erste Erfahrungen mit profillosem Fluggeraet zu sammeln.

Der Inhalt der Schachtel sind einige EPP-Teile, die fertig eingefaerbt sind, gut passen, aber zum Teil etwas ausgefranste Enden haben. Kleinteile fuer die Anlenkung, Motorspant und Anleitung ist alles dabei. Die Anleitung ist minimal, aber enthaelt alle benoetigten Infos - vorweg: die Angabe des Schwerpunktes ist absolut korrekt!
Die Auslegung ist so, dass die Komponenten mehr oder weniger fix eingebaut werden, ohne gut erreichbar zu sein. Die Steuerung erfolgt ueber getrennte Pendelhoehenruder - also mit Delta-Mix. Der Motor soll am Rumpfende auf den Spant nachhinten weisend montiert werden.
Diese Vorgaben haben mir aber nicht zugesagt. Ich wollte getrennte Quer- und Hoehenruder haben und gut zugaengliche Elektronik.
Habe daher aus den Flaechen Querruder ausgeschnitten und mit Folienscharnieren angeschlagen. Angesteuert werden sie ueber 2 Winzig-Servos.
Die Untere Rumpfhaelfte ist eine EPP-Rohrhaelfte die die ganze Elektronik abdecken soll. In diese habe ich zwei Wartungsklappen eingebaut, um an die Elektronik zu kommen.
Der Motor wird nach Vorne zeigend hinter einem Abschluss-Spant montiert. Diesen ganzen Bereich habe ich mit EPP, Japanpapier, Epoxy, Sekundenkleber und Alu-Kunststoffverbund neu modelliert. Der Spant ist fix, nach unten ist eine Oeffnung durch die der Motor getauscht werden kann - damit ist er auch bestens mit Kuehlluft versorgt.

Beim Bau ist mir zuallererst die Flaeche etwas zu weich erschienen, hatte den Eindruck, dass sie sich staendig verformen wird - habe daher einen CFK-Stab ueber die ganze Breite eingelassen. Ausserdem wollte ich auch mit Japanpapier experimentieren. Die Oberseite der Flaeche habe ich vollstaendig damit abgedeckt. Dort habe ich das Papier mit wasserfestem Weissleim verklebt. An den Stellen wo ich wirklich hohe Festigkeit erreichen wollte, habe ich Epoxy oder Sekundenkleber verwendet. An den Hoehenrudern habe ich mit Papier und Spannlack experimentiert. Das taugt meiner Meinung aber nichts - wenn dann mit Parkettlack versuchen. Der Spannlack verbindet das Papier nicht wirklich mit dem Untergrund.
Der Bereich von der Rumpfspitze bis unter die Kabine wurde auch mit Papier verstaerkt - dort ist das Akkufach im Rumpf entstanden. Das Akkufach hat auch eine eigene Klappe.
Alle Klappen sind auf einer Seite mit Scharnieren verankert und werden mit Neodymmagnete verschlossen.
Fuer die Anlenkung des Hoehenruders konnte ich die Original-Teile nicht verwenden. Habe dort mit CFK-Rohren und Staeben gearbeitet. Das Servo habe ich unmittelbar vor der Ruderachse eingelassen. Dort gibt es jetzt auch eine eigene Wartungsklappe auf der Unterseite.

Material: Verklebungen mit Epxy, Sekundenkleber, L530, Weissleim wasserfest. Bepinselt mit Baumarkt-Acrylfarben.
Elektronik: Servos: Modell Expert Eco Plus Micro 8 und Aehnliche. Servos der 4g Klasse. Sind offenbar irgendwelche China-Teile die unter verschiedenen Namen verkauft werden. Habe die aus 3 verschiedenen Quellen. Bis ich 3 halbwegs funktionierende in meiner Sammlung gefunden hatte, musste ich 3 gleich als unbrauchbar aussondern! Das war der groesste Fehlkauf bisher. Rueckstellgenauigkeit unter jeder Kritik. Einige haben nach 5 Hebelbewegungen den Geist aufgegeben ... Die 3 verbauten haben aber jetzt bereits gut 10 - 15 Fluege absolviert.
Empfaenger: Yeti REX MPD 5, Regler: Roxxy 818.
Motor: geplant war der HET Micro 6/20 mit 6x5,5. Erstflug aber mit 6,5x6,5 weil die Schraube den Maximalstrom des Motors zieht.
Verwendet wird jetzt aber der Roxxy 2826/09 mit 6x5,5. Geflogen wurde auch der Multiplex BL-X22-23 mit 5,5x4,5.
Akku: Dualsky Gold 3s 1200 20C, die aber schon ein 3/4 Jahr alt sind und bei 15C sehr gefordert sind, Dualsky GT 3s 1300 25C und Rockamp 3s 1300 25C.

Flugverhalten

Der angegebene Schwerpunkt stimmt exakt!
Gibt der Hersteller 350gr als Abfluggewicht an, so hat meine F-16 knapp ueber 500gr. Daher war ich sehr neugierig wie das Ding mit den profillosen Flaechen in der Luft sein wird....
Mit dem HET Micro 6/20 (1500U/V 14A max) und der 6,5x6,5 konnte sich das Teil in der Luft halten. Mit der 6x5,5 ging sich nur eine flache Bahn zur Erde aus. Mit dem 2826/09 Roxxy (1900U/V 27A max) und der 6x5,5 ist die Motorisierung optimal. Standstrom ca 18A. Jede Menge Schub und passendes Tempo. Mit dem hoeherdrehenden X22-23 (2300U/V 18A max) und 5,5x4,5 fliegt sie auch, aber der Start ist wegen des geringeren Schubs problematischer.
Start: muss mit (fast) Vollgas recht kraeftig geworfen werden, sackt stark durch und zieht stark nach links (Gegenmoment). Der Linkszug gibt sich bei hoeherem Tempo dann, da dann der Querruderausgleich wirkt.
Ruderwirkung: Hoehe: Ausschlag mindestens 20mm; spricht bei jedem Tempo gut an. Quer: Ausschlag mindest 15mm; sprechen nur bei hoeherem Tempo gut an. Bei Niedrigem Tempo und starker Anstellung wirkungslos. Expo auf beiden Rudern, 20% Hoehe, 40% Quer
Gleitwinkel: wie ein Stein...
Es fliegt, kaum Eigenstabilitaet, man ist also immer am Ausgleichen. Rollt flott, seht flott in Motordrehrichtung etwas zaeher dagegen. Looping kaum sauber zu fliegen, dazu sind die Hoehenruder nicht steif genug. Bauch und Ruecken gleich, da ja flaches Profil. Fliegt man langsam, muss man stark anstellen damit sie nicht runterfaellt, damit wird aber das Querruder wirkungslos - also langsam nur zum Landen.

Fazit

Fuer das verwenden wofuer es gedacht ist - Indoorfliegen, kleinraumig Draussen. Gewicht unbedingt einhalten, keine Experimente - Steuerung ueber die geteilten Hoehenruder beibehalten, damit ist Querruderwirkung auch bei Langsamfliegen gegeben.