die gluten- und kaseinfreie Ernährung

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Wie beginnt man?

Wie beginnt man eine gluten- und kaseinfreie Diät?
Tipps für die ersten Wochen

Es wäre unsinnig Ihnen zu raten, die Ernährung von einen Tag auf den anderen völlig umzustellen. Die Einführung der gluten- und kaseinfreien Diät muss keinesfalls von heute auf morgen geschehen. Ihr Kind wäre völlig überfordert, dürfte es plötzlich seine Lieblingsspeisen nicht mehr essen und würde mit Ablehnung reagieren. Und auch Sie wären verzweifelt, weil Sie nicht wüssten, was Sie kochen sollen und obendrein ein protestierendes Kind zu bändigen hätten. Außerdem kann eine zu rasche Ernährungsumstellung zu vorübergehender Verschlechterung der Symptome führen, da der Körper ähnlich wie bei „Entzugserscheinungen" reagiert. Überlegen Sie also bereits vor Beginn der Diät, welche Lebensmittel Ihr Kind gerne isst und wie Sie diese am besten ersetzen können. Wenn Sie Ihr Kind mit ihm bislang völlig fremden Speisen überraschen, kann der Schuss leicht nach hinten losgehen.
Also ist es sicher sinnvoller Ihren Speiseplan langsam, wohlüberlegt und mit System umzustellen. So umgehen Sie Engpässe, vermeiden Frustration und behalten Ihre Nerven.

Anschließend nun ein Vorschlag, wie Sie systematisch und langsam in die gluten- und kaseinfreie Ernährung einsteigen können.



Wichtig! Zwingen Sie Ihr Kind niemals etwas zu essen, was ihm nicht schmeckt. Wenn der Esstisch zur Kampfarena wird, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass Sie den Kampf verlieren werden und Ihr Kind womöglich noch unter einer Essstörung zu leiden beginnt. Die Nahrungsaufnahme ist nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern auch ein Vergnügen und das soll es auch nach Einführung der gluten- und kaseinfreien Diät bleiben.
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Schritt 1

Eliminieren Sie alle Milchprodukte aus Ihrem Speiseplan
d.h. Milch, Käse, Joghurt, Molke, Sahne, Butter, Schokolade und alle Produkte, die in der Zutatenliste Milch in irgendeiner Form enthalten wie z.B. Laktose

Suchen Sie nach geeigneten Ersatzprodukten.

Nehmen Sie sich ruhig 2-3 Wochen Zeit für diesen ersten Schritt. Wenn notwendig auch mehr. Ganz alleine Sie bestimmen, wann Sie bereit für den nächsten Schritt sind.

Schritt 2

Beginnen Sie auch Gluten aus dem Speiseplan zu streichen

Durchstöbern Sie vorerst alle Reformhäuser und Naturkostläden, sowie die Reformabteilungen der Supermärkte nach gluten- und kaseinfreien Produkten. Sie werden eine reiche Auswahl an Brot, Gebäck, Nudeln, Keksen und andern Kleingebäck, sowie auch Kräcker und Salzbrezeln finden. Dort gibt es auch fertige glutenfreie Mehlmischungen, Paniermehl, Eistüten und vieles mehr.

Verwenden Sie anfangs ruhig diese „Fertigprodukte". Wenn Sie jedoch einmal Profi in Sachen gf/kf Diät geworden sind, rate ich Ihnen aus gesundheitlichen und preislichen Gründen nur mehr ausnahmsweise auf diese Produkte zurückzugreifen. Doch für den Einstieg sind sie ideal.

Auch für Schritt 2 sollten Sie sich genügend Zeit nehmen und sich nicht unnötig unter Druck setzen.

Schritt 3

Erstellen Sie einen 5-Tages-Speiseplan

Nachdem Sie jetzt schon ausreichend Zeit hatten, sich mit den Ersatzprodukten für Gluten und Kasein vertraut zu machen, haben Sie sicher schon Speisen gefunden, die Ihr Kind gerne isst. Versuchen Sie nun einen Speiseplan für fünf Tage zusammenzustellen. Beim Frühstück ist meist keine große Auswahl notwendig, doch beim Mittag- und Abendessen sollten es doch jeweils fünf verschiedene Speisen sein. Auch benötigen Sie kleine Naschereien für Zwischendurch.

Hier einige Beispiele für Speisen, die bei den meisten Kindern sehr beliebt sind und deren Zubereitung Sie in meinem Buch finden:

Frühstück:
Brot mit Margarine und Marmelade, Haselnuss-Nougatcreme oder Honig
Pancakes
Eierspeise oder Ham and Eggs
Müsli

Mittags:
Chicken Nuggets mit Kartoffelsalat
Drachenfutter
Kartoffelgulasch mit Würstchen
Kartoffelpuffer mit Salat
Reisfleisch mit Letscho
Faschierte Laibchen mit Kartoffelpüree

Abends:
Brot mit verschiedenen Aufstrichen
Palatschinken mit Marmelade
Hühnersuppe mit Nudeln
Milchreis
Nudelsalat
Kaiserschmarren
Spaghetti

Zwischendurch:
frisches Obst
Brot mit Wurst oder anderem Belag wie z.B. Radieschen, Paprika, Tomaten oder Gurken
Kuchen, Waffeln oder Muffins

Mit einem 5-Tages-Speiseplan lässt es sich schon einige Monate leben, in denen Sie dann nach und nach den Speiseplan beliebig erweitern können.

Schritt 4

Sorgfältige Prüfung aller Lebensmittel, Medikamente und sonstigen Dinge, mit denen Ihr Kind in Kontakt kommt.

Sortieren Sie Ihren Kühlschrank und Ihre Speisekammer gründlich durch und eliminieren Sie gegebenenfalls alle Lebensmittel, die für Ihr Kind nicht geeignet sind. Falls Sie bei manchen Produkten nicht sicher sind, kontaktieren Sie die Hersteller und fragen Sie nach, ob diese dafür garantieren können, dass diese Produkte weder Gluten noch Kasein (ggf. auch Soja) enthalten.
Auch Zahnpasten und Lippenpflegestifte enthalten manchmal Gluten oder Kasein. Ein häufiger Zusatz bei Medikamenten ist Milchzucker (Laktose). Ersetzen Sie solche Medikamente durch ein Präparat welches gluten- und kasein- bzw. laktosefrei ist. Auch homöopathische Globuli bestehen aus Laktose. Tabletten lassen sich meist leicht durch das gleiche Präparat in flüssiger Form ersetzen und Globuli durch homöopathische Tropfen.

Knetmasse und Körperpflegeprodukte stellen eine weitere Falle dar. Auch wenn die Kinder diese Dinge nicht essen, so werden doch öfter einmal die Finger in den Mund gesteckt und schon befinden sich die unverträglichen Stoffe im Darm.

Wenn Sie diese ersten vier Schritte befolgt haben, sollten Sie jetzt eigentlich 100% gluten- und kaseinfrei sein.

Schritt 5

Der „kleine" Süßigkeitenvorrat

Jedes Kind nascht gerne (Erwachsene allerdings auch). Es müssen nicht immer Süßigkeiten sein, auch Salzgebäck oder Kartoffelchips sind sehr beliebt. Ein kleiner für das Kind frei zugänglicher Vorrat an Naschereien gibt dem Kind Sicherheit und verhindert, dass heimlich Verbotenes genascht wird.
Auch Obst kann so manche Süßigkeit ersetzen, also sollte es jederzeit für das Kind frei erreichbar sein.
Verbotene Lebensmittel räumen Sie bitte aus der Reichweite des Kindes, damit es nicht zu „Unfällen" in der Nahrungsaufnahme kommt.

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