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Bromelien- und Kakteenstandortaufnahmen aus Argentinien

 

Trotz der Größe Argentiniens finden sich hier nur eine mäßige Anzahl an Tillandsienarten, verglichen mit den Vorkommen in Ländern, die dem Äquator näher liegen. Insgesamt sind es kaum sechzig Arten, von denen außerdem noch ungefähr zwanzig  der Untergattung Diaphoranthema zuzuordnen sind.

Die Gründe dafür liegen in der Topographie des Landes und in seiner geographischen Lage.
Die Nord- Südausdehnung beträgt annähernd 5000 km, die Höhe umfasst Lagen vom Meeresniveau bis zu den Andengipfeln, von denen der Aconcagua mit 7040 m der höchste Berg Südamerikas ist.

 
links :
Altiplano im Grenzgebiet zu Bolivien nahe der Stadt La Quiaca, die 4100m hoch liegt

 

rechts :
Oreocereus trollii
am Rand der Pampa Azul,
3700m, im Norden
der Provinz Jujui

 

Während in anderen Ländern das Vorhandensein so unterschiedlicher Höhenlagen, die sich vom Meeresniveau bis ins Hochgebirge erstrecken, eine Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen mit sich bringt und damit Entwicklungsmöglichkeiten für einen besonderen Formenreichtum der Pflanzen, macht sich in Argentinien die südliche und weit vom Äquator entfernte Lage schon stark bemerkbar.

 

links : die in ihren Heimatländern Llareta genannte Azorella compacta aus der Familie der Doldenblütler (Umbelliferae) ist eine der wenigen Blütenpflanzen, die
ausschließlich in extremen Höhenlagen um die 4000 m zu finden
ist; ihre kleinen, dichten Rosetten bilden steinharte Polster

 

rechts :
eine der seltenen Cristatbildungen bei Oreocereus celsianus

 

Das Altiplano zum Beispiel erreicht im südlichen Bolivien und im Norden Argentiniens mit
4100 m seine größte Höhe.

Während jedoch in Bolivien und im äußersten Norden Argentiniens manche Tillandsienarten noch bei 3700 m Höhe Überlebenschancen finden, sinkt die obere Verbreitungsgrenze mit zunehmender Entfernung vom Äquator relativ rasch. In der Provinz Salta liegt sie bei 2500 m und in Mittelargentinien, in der Gegend von Mendoza, gar nur mehr bei ca. 1200 m.

 

Ein Wald von Oreocereus celsianus  in den Bergen bei Yavi, am Weg nach Sta. Victoria, 4100m hoch, im äußersten Norden der Provinz Jujui

 

 

 

 

Die gedrungenen Säulen von Oreocereus trolli werden nur selten höher als einen halben Meter; die Farbe seiner Bestachlung kann von goldgelb bis leuchtend rotbraun variieren

 

 


Zu der extremen Trockenheit großer Gebiete während der Sommermonate kommen in Argentinien noch die Wintertemperaturen, die auch in niedrigeren Lagen weit unter den Gefrierpunkt fallen können. 
Schon in der Gegend von Mendoza, das auf mittlerer geographischer Breite des Landes liegt, schneit es bis auf 1000 m herab, und unterhalb dieser Höhe wechseln Regen und Frost einander ab.  Das sind Bedingungen, unter denen Tillandsien nicht mehr gedeihen können.


links : Hochfläche in der Nähe des Minenortes  San Antonio de los Cobres in 4100 m Höhe, Prov. Salta; bei einer Nachttemperatur von
- 15°C im Winter ist der Fluss  jeden Morgen zugefroren;

rechts : über Nacht gefrorener Quellaustritt eines Baches oberhalb der Quebrada del Toro, 3700 m, Salta; in unmittelbarer Nähe wächst  auf niedrigen Büschen T. pedicellata .

 

 

 

Ein besonderes Phänomen oberhalb des Ortes Santa Victoria an der bolivianischen Grenze :

 

In der Nebelzone zwischen 3000 m und 3400 m überzieht der Raureif  nicht nur die Baumkronen des Rosengewächses Polylepis spec., sondern auch die Bärte von
T. usneoides
;
einige hundert Meter oberhalb scheint bereits die Sonne; durch die Sonneneinstrahlung  verdunstet der Reif, ohne die Unterlage wesentlich zu benetzen.

T. usneoides HR7108, Sta. Victoria, 3000 m, Jujui

 

 

Der größte Teil Argentiniens wird vom Tiefland im Osten eingenommen, das sich aus riesigen landwirtschaftlich genutzten Gebieten, weiten Sumpfgebieten, ähnlich dem Pantanal, und dem Chaco zusammensetzt, der eine besondere Artenarmut an Epiphyten aufweist. Die Tillandsienvorkommen hier sind zumeist auf einige wenige besonders hitze- und trockenheitsresistente Arten beschränkt, wie  T. ixioides, T. recurvifolia (Syn. T. meridionalis) und T. duratii .


Einen weiteren großen Teil des Landes machen die an Chile grenzenden Hochflächen und Gebirge im Westen aus.

links : Vorberge des Aconcagua, Prov. Mendoza

 

 

Im Norden werden weite Hochflächen neben Salzseen von der grasbewachsenen Puna eingenommen, wie wir sie aus Peru und vor allem Bolivien kennen, aber mehr noch als dort macht das Altiplano den Eindruck einer lebensfeindlichen Hochwüste.

Auch hier, im Norden Argentiniens, sind es also wieder die in das Hochland eingeschnittenen Täler, die den Bromelien, allen voran den Diaphoranthema- Arten  aus der Gattung der Tillandsien, reiche Entfaltungsmöglichkeiten bieten.

 

 

 

 

 


Die Quebrada de Humahuaca folgt dem Flußlauf des Rio Grande von seinem Ursprung im Norden, 4000 m hoch, hunderte Kilometer weit bis zur Stadt Jujui auf 1200 m. Auf den niedrigen Dornbüschen und den Säulenkakteen im Talboden und auf den Hängen findet sich eine ungeheure Vielfalt an kleinwüchsigen Tillandsien aus der Untergattung Diaphoranthema.

rechts : Hänge oberhalb der Quebrada an der Bergstraße nach Purmamarca

Entlang der Flussläufe finden sich oft hunderte Kilometer lange Beckenlandschaften, deren schottrige Talböden und steinige Hänge mit Dornbuschsavanne und Säulencereen bewachsen sind. Im gemäßigteren Klima dieser Flußtäler finden Aufsitzerpflanzen, wie es Tillandsien ja sind, auf Felsgestein, in Büschen und häufig auch auf den Kakteen viele Ausbreitungsmöglichkeiten.

 

Talboden in der Quebrada de Humahuaca, 2400 m

links : T. caliginosa HR7098 auf Helianthocereus pasacana

Die Vielfalt an Tillandsien in diesem Abschnitt des Tales ist unglaublich: neben T. diaguitensis, T. friesii und T. muhriae gibt es noch einige Diaphoranthema- Arten, und alleine von T. capillaris und T. virescens ungefähr zwanzig Formen.

 

 

links und unten: mehrere Formen von T. capillaris und T. virescens wachsen zusammen mit T. gilliesii var. polysticha auf den niedrigen Dornbüschen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T. capillaris HR7101; ungewöhnliche Form mit weißen Blüten

 

Ein weiteres Talsystem, das nicht nur durch seine großartige Landschaft fasziniert, sondern auch durch seine Kostbarkeiten an Kakteen und Bromelien, ist die Quebrada del Toro, ein grandioses Tal, das von der Stadt Salta nach Westen bis auf das Altiplano in der Nähe des Minenortes San Antonio de los Cobres führt.

Auf den Hängen neben den zahllosen spektakulären Säulen von Helianthocereus pasacana eine Vielzahl an Kugelkakteen, wie verschiedene Parodien, Gymnocalycien, Pyrrhocactus usw., und - besonders auffallend - die stufenförmig wachsenden Polster von Abromeitiella lorentziana aus der Familie der Bromelien.

 

 

rechts : Helianthocereus pasacana auf den
Steilwänden der Quebrada del Toro, 2700m, Salta.

 

links : seltener Cristatwuchs bei
Helianthocereus pasacana

 

 

 

 

 

 

links außen : stufenförmiger Wuchs der Polster von Deuterocohnia (Abromeitiella) lorentziana (Bromeliaceae)

links : einzelne Rosetten mit Blüten

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts : durch Erosion entstandene Felsabbrüche von der Hochfläche
des Altiplano in die Quebrada del Toro; auf den Felstürmen wächst
auf 3000 m Höhe in kleinen Gruppen die seltene T. friesii HR7049.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Quebrada del Toro ist eine der wenigen Fundstellen von T. friesii; kleine Gruppen dieser Art klammern sich auf dem brüchigen Konglomeratgestein der Erosionstürme fest  (links unten im Vordergrund);  die Pflanzen blühen gerade zu der Jahreszeit, wo die Nachttemperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen (-10° C  bis -15°C).

 

 

 

 

 

 

 

 

In Kultur zählt T. friesii, wie auch andere Tillandsienarten, die aus ähnlichen "Kältewüsten" stammen, zu den am langsamsten wachsenden überhaupt.


 

Mittelgebirge am Rio Sauce, Provinz Salta;


harmlos aussehende Furten wie hier sind oft durch große Felsblöcke im Wasser unpassierbar und das Ende einer geplanten Route;

 

 

 

 



an den steilen Schluchtwänden  wachsen Tillandsien :

 

T. australis (Syn. T. maxima) mit metergroßem Trichterdurchmesser und lang herabhängendem, aus vielen Ähren zusammengesetztem Blütenstand (links außen), und


 

 

 

 

 

 

 


T. albertiana (oben zusammen mit einer grünen Form von
Deuterocohnia (Abromeitiella) lorentziana
), Bromeliaceae;
HR7015, Rio Sauce, 1200m, Salta

 

Nur von wenigen Stellen in Argentinien und nur
ein Mal aus Südbolivien ist die ziemlich seltene
T. schreiteri
bekannt. Hier wächst sie in den Bergen oberhalb der
Quebrada de Humahuaca in einem klimatisch begünstigten
Lagunengebiet bei Lozano; HR7119, 1600m, Jujui

 

unten : seltener Zufallsfund (in nichtblühendem Zustand) einer  T. duratii var. duratii mit ausnahmsweise gelben Blüten (üblicherweise violett)aus der Umgebung der Stadt Salta: 

 

 

 

 

 


 

 

Von Salta über die Cachipampa ins Valle Calchaquies:

 

 

Über und über mit Tillandsien bewachsen sind die Kandelaberkakteen in den Bergen westlich der Stadt  Salta.

 

links : einen herrlichen Anblick müssen diese
T. xiphioides und T. argentina zur Blütezeit bieten !

 

 

 

 

 

 

 

 

    T. argentina - - -      - - - T. xiphioides

links unten : die Cachipampa ist eine weite, mit niedrigen Dornbüschen bewachsene Ebene in 3000 m Höhe, und mit den mehrere Meter hohen Säulen von Helianthocereus pasacana - wir messen bei eisigem Wind und tiefhängenden Wolken eine Temperatur von 3°C  -
und auf den Kakteen wachsen T. aizoides, T. hirta und T. gilliesii var. polysticha!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

links: T. gilliesii var. polysticha HR7132,

 

rechts: T. hirta HR7133; zum Zeitpunkt der
Aufnahme noch unbeschrieben;
beide Cachipampa, 3000 m, Salta

 

 

 

 

 

links : das Valle Calchaquies, ein berühmtes Weinbaugebiet; an den Felshängen und am Übergang zu den Bergen im Westen ein Kakteen - und Tillandsienparadies

 

 

 

 

 

rechts : südlich des Ortes Cachi

 

 

 

 

links : T. hirta HR7150 am Weg nach Brealito, 2400m, Salta; die Abbildung rechts daneben zeigt
Parodia rauschii (aureicentra).

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu den kleinsten Arten unten den Tillandsien zählen

links außen: T. aizoides HR7142, südl. Cachi, 2300m, Salta

links, damals ein Neufund und unbeschrieben:
T. brealitoensis
HR7152b am Weg nach Brealito, 2400m, Salta.

 

 

rechts : T. zecheri var. brealitoensis HR7158, Molinos, 2300m, Salta.
Die Varietät ist kleiner als die Nominatform und hat kürzere, sehr steife, filzige Blätter; auch die Infloreszenz ist kürzer;  an mehreren Stellen an Felshängen am Rand des Valle Calchaquies

 

 

 
Ein weiterer Neufund : T. markusii HR7156, die ebenfalls steile Felsen besiedelt und entsprechend ihrem natürlichen Vorkommen in 2700m Höhe ähnlich langsam wächst wie
T. friesii

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder unten : auf solchen schrägen, steilen Felsklippen im Valle Calchaquies wächst
T. zecheri
var. zecheri HR7162, die Typusform; mit ihren breiten, filzigen Blättern ist sie eine sehr dekorative Art und durch Absammeln stark gefährdet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 unten und rechts :
dekorative Felsformationen prägen das Landschaftsbild in der
Quebrada de las Conchas
bei Cafayate

 

 

 

 

 

 

rechts unten: Ausblick über die Sierra del Leon Muerto mit Condor

 

Die steinigen Hänge an der Quebrada de las Conchas bei Cafayate sind nicht nur ein höchst interessantes Kakteengebiet, sie beherbergen auch eine Vielzahl an felswachsenden Tillandsienarten und -formen, von denen einige noch weitgehend unbekannt bzw. unbeschrieben sind.

 

 

 

 

 

links und unten :T. peiranoi HR7171 auf Felsgestein in der Sierra de Carahuasi, 1800 m, Salta, hoch über der Quebrada de las Conchas;

 

so wie T. zecheri var. cafayatensis ist auch
T. peiranoi  nur aus diesem Tal bekannt.

 

 

 

An entlegenen Felswänden an den steilen, höchstens von Kakteenforschern erkletterten Berghängen mag es noch einiges an unentdeckten Formen oder gar neue Arten von Tillandsien geben: so hat der bekannte Kakteenspezialist Walter Rausch vor Jahren die kleine interessante Tillandsia rechts im Bild mitgebracht - einer seiner vielen Neufunde und nach seiner Frau benannt:
T. rosarioae,
aus den Bergen um Cafayate.

 

 

 

 

links: T. zecheri var. cafayatensis hat glattere, grünlichere Blätter als die Nominatform; sie wächst an senkrechten Sandsteinmauern in der Quebrada de los Conchas

rechts :
zusammen mit Parodia penicillata wachsen hier neben der üblichen, bekannten  T. argentina  noch zwei weitere neue, bisher noch nicht bearbeitete Formen dieser Art auf einer steilen Felswand bei Cafayate (HR7201, 1500m, Cafayate, Salta)

 

 

 

rechts : zwischen Gruppen von Deuterocohnia spec. und Opuntia spec. bedecken große Polster von T. diaguitensis die Abhänge (HR7172, 1800m, Quebr. de las Conchas, Salta)

 

 

 

 

 


T. ixioides (hier HR7197, südlich Alemania, 1200m, Salta; gesammelt bei -7°C !) ist immer wieder anzutreffen in den tieferen Lagen vieler Flusstäler und im niedrigeren Bergland an den östlichen Andenausläufern; in Kultur ein dankbarer Pflegling, der regelmäßig durch seine auffallenden, goldgelben Blüten erfreut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Botanische Besonderheiten an der Paßstraße Abra del Infiernillo westlich von Tafi del Valle, Prov. Tucuman :

auf 2900 m Höhe wuchs hier in einem großen ausgedehnten Bestand die blau blühende Varietät T. xiphioides var. tafiensis. Einige hundert Meter unterhalb sahen wir noch zahlreiche prachtvolle Riesenexemplare von Soehrensia bruchii - Gruppen von mehreren Metern Durchmesser.

Sie alle sollen in den letzten Jahren verschwunden sein, ebenso wie der gesamte Bestand von T. xiphioides var. tafiensis. Die riesigen Kakteen konnte man wohl nur mit Baggern und Lastwagen abtransportieren - wohin ?

Und die Tillandsien ? Gewissenlose Geschäftemacher ?

links und rechts : leider wohl historische Aufnahmen von Soehrensia bruchii und T. xiphioides var. tafiensis; beide Standorte sind geplündert.

 

 

Die so wie bei der häufigeren, weißblühenden Nominatform herrlich
duftenden, ansehnlich großen Blüten weisen bei der blau blühenden
T. xiphioides
var. tafiensis unterschiedliche Intensität in
der Blütenfärbung auf; HR7211, Abra del Infiernillo, 2900 m, Tucuman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon in Mittelargentinien ähneln weite Teile des nach Osten abfallenden Andenabhangs und die ins Gebirge führenden Täler trockenen Schutt- und Kältewüsten. Auch die weiten steinigen Ebenen in den Provinzen La Rioja, San Luis und Mendoza mit ihrem meist kargen, niederen Dornbuschbewuchs haben höchstens für den Kakteenfreund etwas zu bieten. Zumindest in der Trockenzeit zeigen sie durchwegs den wüstenhaften Charakter einer Mondlandschaft.

Nicht einmal solche Anpassungskünstler wie die Tillandsien haben hier noch Lebenschancen, einige wenige begünstigte Stellen ausgenommen.
Zu ihnen gehören die  niederen Gebirgszüge, die in Entfernungen von zumeist mehreren hundert Kilometern in die Ebenen eingelagert sind.

(siehe Bild rechts, Blick von der Sierra de Porongo)

 

In den Tälern dieser Mittelgebirge und auf den Felshängen  gibt es eine Anzahl von Tillandsienarten aus der Untergattung Diaphoranthema, die nur in Argentinien vorkommen (endemisch sind). Sie haben meist nur ein recht beschränktes Verbreitungsgebiet und sind dazu noch dort ziemlich selten.

links: die Cuesta de Miranda, 1900m, La Rioja, ist die Heimat einiger interessanter und sehr seltener Kleintillandsien

 

Zu diesen Raritäten zählen zum Beispiel, neben T. andicola,  die schönste und größte Form von T. gilliesii und die ebenfalls epiphytisch wachsenden kleinen Kostbarkeiten T. angulosa und T. erecta.

links: T. angulosa HR7263, Chilecito, 1100m, La Rioja

rechts: T. erecta HR7260, Cuesta de Miranda, 1400m, La Rioja

 

 

 

 

Etwas häufiger sind dagegen Populationen der fast immer felswachsenden T. tenebra, die zur Zeit der Standortaufnahmen noch unbekannt war.

 

T. tenebra ist eine fast ausschließlich felsbewohnende Art - hier wächst sie auf einem Säulencereus

 

 

 

links und rechts : T. tenebra HR7331 auf bizarren Felsen in der Sierra de Malanzan, Prov. La Rioja, 1100m; Typuslokalität.

 

rechts : T. tenebra HR7247, auf Felsen bei Tinogasta, 1900 m, Catamarca

 

 

 

 

 

 

unten: der Felsen ist im oberen Abschnitt mit
T. xiphioides var. xiphioides
bewachsen, unterhalb mit T. tenebra HR7331.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier und an noch einer weiteren Fundstelle konnten auch einige eigenartige Pflanzen aufgesammelt werden, die zwar Ähnlichkeit mit (der damals noch unbenannten) T. tenebra hatten, aber  spiralig angeordnete Blätter. Auch der Blütenstand war mit keiner anderen Art identisch, sodass die Pflanze schließlich nach ihrem Fundort bei dem Ort Porongo benannt wurde.

 

rechts: T. porongoensis HR7321, Sierra de Chamical, 800 m, La Rioja

 



Unter außergewöhnlichen Bedingungen können sich in einem Gebiet durch Anpassung an die Klimabedingungen besondere Formen einer Art bilden, die sich in ihren Merkmalen vom übrigen Bestand unterscheiden, so wie es auch bei der unten abgebildeten T. xiphioides var. minor der Fall ist.
In einer Gegend mit regnerischem Klima bei Temperaturen nahe an die 0°C sind die Pflanzen durch die Bildung schmaler einseitswendiger Rosetten mit steifen Blättern gegen die Aufnahme von zu viel Feuchtigkeit geschützt. Auch die Blüten sind sehr viel kleiner als bei der Stammform.

 

 

links : T. xiphioides var. minor HR7307, bei Volcan, 600 m, Prov. San Luis.

last modified 03. 01. 2007

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