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Einiges über Puyen
Entwicklungsgeschichtlich zählt die Gattung Puya, die ungefähr 200 Arten umfasst, zu den ältesten unter den Bromelien.
Die meisten Puya- Arten sind Bewohner hochandiner Lagen von ca. 2000 m bis über 4000 m Höhe. Nur wenige Arten steigen, wie es zB. in Peru bei Puya lanata der Fall ist, die felsigen Täler auf der Pazifikseite bis unter 1000 m herabsteigt.
Links:
Puya
lanata, Churin-Tal,
400 m,
Lima,
Peru
Wegen des großen Platzbedarfes ihrer Rosette und wegen ihrer dolchartigen, stark bewehrten Blätter eignen sich die meisten Arten kaum für die Kultur in einer durchschnittlichen Bromeliensammlung. Anders als Agaven, die ja ein ähnliches Handikap aufweisen, aber trotzdem durchaus ihre Liebhaber finden, werden Puyen sogar in Botanischen Gärten nur in sehr beschränktem Ausmaß gepflegt. Auch die ganz kleinwüchsigen Arten, die samt Blütenstand kaum über 20 cm hoch werden, sind kaum irgendwo zu sehen. Die Blütenstände dieser Gattung sind daher sogar dem interessierten Laien weitgehend unbekannt.
Links und rechts : Puya herzogii in einem Seitental des Rio Chico, 1800m, Chuquisaca, Bolivien
Auch wenn man die Lebensräume dieser Pflanzen aufsucht, findet man sie meistens nur mit schwarzen, abgetrockneten Infloreszenzen, die wenig attraktiv wirken.
Laut Rauh (W. Rauh,: Tropische Hochgebirgspflanzen, Springer-Verlag 1988) berichten einheimische Hochlandindianer, dass besonders die großwüchsigen Puyenarten einen Blührhytmus von 8 - 12 Jahren haben (ähnlich synchrone Blühperioden sollen auch bei großen, felsbewohnenden Trichtertillandsien festgestellt worden sein !). Die erwachsenen Pflanzen einer Art kommen nach dieser Periode nicht nur alle im selben Jahr zur Blüte, sondern befinden sich außerdem jeweils im gleichen Entwicklungsstadium und blühen daher auch zur selben Zeit, was Bestäubung und Samenbildung begünstigt ( leider scheint es zu diesem Phänomen kaum dokumentierte Beobachtungen zu geben). Von der Unzahl ausgestreuter Samen finden jedoch nur wenige geeignete Keimungsbedingungen.
Puya weddeliana östlich der Stadt Camargo, 3400m, Chuquisaca, Bolivien.
Man muss also anscheinend schon großes Glück haben, im richtigen Jahr und zufällig auch zur richtigen Jahreszeit unterwegs zu sein, um blühende Pflanzen anzutreffen.
Und jedes Mal ist es dann ein Erlebnis, die Vielgestaltigkeit der Blütenstände und die oftmals erlesene Schönheit der Blüten zu bestaunen, die diese bizarren Pflanzen hervorbringen.
links : Puya humilis, Epizana, 3000m, Cochabamba, Bolivien
rechts unten : Puya herzogii, nur gesehen oberhalb Morochata, 3500m, Cordillera de Cochabamba, Bolivien Gerade der Teil des Hanges, auf dem die Puyen wachsen, wurde mit Eukalyptus aufgeforstet.
links : Puya alba, Entre Rios, 800m, Tarija, Südbolivien
rechts
:
Puya
ferruginea,
Trockenhänge am
links : Puya
glabrescens, Comarapa, 2700m,
links : Puya assurgens (?), Incahuasi, 3150 m, Chuquisaca, Bolivien (nur für Argentinien angegeben)
Ungewöhnlich ist die kompakte,
Die
größte
Puya
ist
zugleich
auch
die
bekannteste
:
Für die Zeit zur Entwicklung vom Sämling bis zur blühfähigen Pflanze werden zwischen 70 und 100 Jahre angegeben. Allein die Bildung des 4 - 6 m (je nach Standort) hohen Blütenstandes dauert mehr als ein Jahr. Leider werden trotz Schutzprogrammen immer noch (wie bei anderen Puya- Arten auch) die Blütenstände vor der Samenreife anstatt des in dieser Höhe fehlenden Brennholzes verwendet. Häufig werden auch die Hänge abgebrannt, da die stachelbewehrten Rosetten eine Gefahr für das Weidevieh sein können.
Puya raimondii in der Quebrada Pachacoto, Cordillera Blanca, 4500 m, Zentralperu
Last modified 11.10.2002 |